Neuigkeiten aus der Veterinärmedizin

Neuer Kaninchenimpfstoff

 

Bislang impfen wir die Kaninchen in unserer Region gegen Myxomatose und RHD I. In jüngerer Zeit tritt jedoch eine neue Variante des RHD Virus (RHD II) in Deutschland und auch bei uns auf. Hierfür ist ein neuer Impfstoff aus Frankreich auf den Markt gekommen, der jetzt auch in Deutschland zugelassen worden ist. Der Impfstoff Filavac beinhaltet einen Schutz gegen RHD I und RHD II. Ab sofort können wir Ihnen diesen Impfstoff anbieten.

Fressbare Hanfteppiche für Kaninchen

 

Im Handel sind jetzt fressbare Hanfteppiche für Kaninchen zu erhalten. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da Teile davon sich im Magen zu einem Knäuel verbinden können, was einen Darmverschluss zur Folge haben kann.

Kardinalfehler Fütterung Kaninchen

 

Zahn- und Gebisserkrankungen von Heimtieren sind primär auf die Wahl ungeeigneter Futtermittel zurückzuführen – und nicht auf die viel geäußerte Genetik.

Da die natürliche Nahrung der Kaninchen eher energiearm ist, müssen größere Mengen aufgenommen werden, woraus ein kontinuierlicher physiologischer Zahnabrieb resultiert.

Dabei spielt frisches Gras eine ganz besondere Rolle wegen der enthaltenen Kieselsäure. Durch den kontinuierlichen Kontakt der Zahnoberfläche mit den sehr harten, mikroskopisch kleinen Silikatphytolithen findet ein optimaler Zahnabrieb statt. Außerdem passt sich das Gras sehr gut der Kaufläche der Zähne an. Daher erhöht sich mit der Verfütterung frischer Gräser sowie Blätter als Hauptnahrung der Tiere die Wahrscheinlichkeit, langfristig ein physiologisches Gleichgewicht zwischen Zahnprotrusion und Zahnabrasion erhalten zu können.

Ungeeignetes Futter sind unter anderem Sämereien, Presslinge, getrocknete Gemüse – oder Obststückchen oder stark lignifizierte Heuhalme. Dieses führt unausweichlich zu schwerwiegenden Gebissproblemen, da beim Zerkleinern der Nahrung verstärkt vertikale Kräfte wirksam werden, woraus die typischen Zahnspitzen resultieren.

 

Sommer – Sonne – Hitzschlag

 

Bitte denken Sie an den warmen Tagen, nicht nur bei der Fahrt in den Urlaub, auch hier vor Ort an ihre Tiere. Bei sonnigem Wetter + Außentemperaturen von nur 24°C heizt sich das Wageninnere schon innerhalb von 20 Mintuen auf Temperaturen über 48°C auf. So entsteht eine lebensbedrohliche Situation für Ihr Tier.

Auch körperliche Anstrengungen sollten in den Mittagsstunden unterbleiben bzw. auf ein Minimum reduziert werden. Besonders gilt dies für alle brachycephalen Rassen.

WICHTIG: Die ersten Maßnahmen bei einem Hitzschlag sollten direkt von dem Besitzer durchgeführt werden, in dem man das Tier mit kaltem (aber nicht eiskaltem) Wasser bis auf die Haut nass macht und mit nassen Handtüchern umwickelt, um das Tier auf seine physiologische Körpertemperatur runter zu kühlen. Eventuell kann eine zusätzliche Luftzufuhr, wie z.B. ein offenes Fenster im Auto auf dem Weg zum Tierarzt zusätzlich förderlich sein. Für alle weiteren Maßnahmen sollte unbedingt Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten werden.

 

Physiotherapie

 

Unsere Vierbeiner können ,genauso wie wir Menschen auch an Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden. Diese zeigen sich vielfach in Form von Bewegungseinschränkungen, neurologischen Defiziten und chronischen Schmerzen. Physiotherapeutische Maßnahmen können helfen, den Problemen entgegen zu wirken und in vielen Fällen zu beseitigen.

Dieses wird immer in Absprache mit unserer Tierärztin durchgeführt, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Sinnvoll ist auch neben der Physiotherapie eine begleitende Behandlung, vor allem bei chronischen Schmerzpatienten mittels Akupunktur.

 

Physiotherapie kann eingesetzt werden:

  • um altersbedingte Probleme frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken

  • bei Schmerzen durch z.B. Arthrosen oder Muskelverspannungen

  • zum Muskelaufbau nach operativen Eingriffen, um das physiologische Gangbild wieder herzustellen

  • bei neurologisch-degenerativen Erkrankungen

 

Zu den in der Praxis durchführbaren Therapieformen zählen:

  • medizinische Massage

  • Lymphdrainage

  • Mobilisationstechniken

  • passive und aktive Krankengymnastik

  • neurophysiologische Verfahren

  • Blutegeltherapie

 

Otitisbehandlung - ganz einfach

 

Osurnia – neues Ohrmedikament für Hunde auf dem Markt

 

Osurnia wird zur Behandlung der akuten Entzündung des äußeren Gehörgangs und bei einer Verschlechterung einer immer wiederkehrenden Ohrentzündung angewendet, solange diese durch Kokken (Bakterien) und Malassezien (Hefen) ausgelöst werden.

Der Vorteil dieses neuen Medikamentes ist die vereinfachte Applizierung. Angewendet wird dieses lediglich 2 bis maximal 3 mal im Abstand von einer Woche. Danach soll laut Hersteller die Entzündung abgeklungen sein. Gerade ohrgeplagte Hunde provitieren von dem neuen Medikament.

Der Maulkorb - „ das tollste Ding der Welt“  

 

Maulkorbtraining – für einen sicheren Umgang

 

Oft wird der Maulkorb von Tierhaltern abgelehnt, da er seinem „lieben“ Hund keine Einschränkungen zumuten möchte.

Im Praxisalltag kann es allerdings Momente geben, z.B. bei medizinischen Untersuchungen, Behandlungen oder Pflegemaßnahmen, die der Hund als unangenehm oder gar schmerzhaft empfindet. In diesen Situationen dient der Maulkorb dem Schutz aller Personen, die das Tier behandeln, festhalten, oder sich in seiner Nähe aufhalten. Denn ein reflexartiges Schnappen oder Beißen stellt unter diesen Bedingungen (erhöhte Stresssituation) auch bei sonst „lieben“ Hunden eine durchaus zu erwartende Reaktion dar.

Aber auch im privaten oder öffentlichen Bereichen kann ein Maulkorb sinnvoll sein, da es auch hier für den Hund zu Stresssituationen kommen kann. Wie auch beim Menschen können im Falle von Stress und Überforderung affektartige Reaktionen die Folge sein. Gerade in solchen Situationen dient der Maulkorb dem realen Schutz vor Beißattacken.

Zudem müssen Hunde oft in öffentlichen Bereichen (z.B. kommunalen Einrichtungen), der deutschem Bahn oder im Ausland einen Maulkorb tragen.

Damit dieser nicht zum Schreckgespenst wird und den Stress bzw. die Angst nicht weiter provoziert, ist ein Maulkorbtraining sinnvoll.

Wichtig ist hierbei das Wie, denn ein Hund muss langsam daran gewöhnt werden. Der Maulkorb muss ihm für den Ernstfall als das „tollste Ding der Welt“ verkauft werden. Dieses sollte man in kleinschrittigen und schmackhaften Einheiten mit ganz viel Lob trainieren.

 

Eine Anleitung als Hilfestellung können Sie sich ganz einfach im Internet unter: www.wdt.de/maulkorb herunterladen. Hier wird Ihnen gezeigt, wie man den Hund Schritt für

Schritt an den Maulkorb gewöhnt.

 

Hunde im Büro

 

Welche Vorteile hat es für Mensch und Hund

 

Der Bundesverband Bürohund e.V. arbeitet für eine Senkung der psychischen Belastungen und dem chronischen Stress am Arbeitsplatz. Die Zahlen der Erkrankungen sind in den letzten Jahren immer mehr gestiegen und oft ist ein Burnout die Folge davon. Mit einem Hund im Büro lassen sich viele dieser Erkrankungen verhindern oder zum Teil auch rückgängig machen.

Der Hund regt bei uns im Moment der Berührung und des Ansehens die Produktion des Neuropeptids Oxytocin an. Der Oxytocinausstoß führt zur unmittelbaren Senkung der Stresshormone Cortisol und Insulin und damit zur Unterbrechung des bei Dauerstress pathologischen Ergebnissen dieser Hormone. Die physiologische Wirkung sind dabei unter anderem: Aktivierung des Belohnungshormons Dopamin, niedriger Blutdruck und der verbesserte Umgang mit chronischen Krankheiten.

 

Aber auch die Hunde profitieren davon, da auch bei Hunden eine Oxytocinproduktion stattfindet. Somit profitieren ängstliche, verhaltensauffällige Hunde, und auch Tiere, die nicht alleine bleiben können, +davon.

Allerdings ist nicht jeder Hund als Bürohund geeignet und auch hier sind auf mehrere Sachen zu achten. Der Hund sollte

  • gesund, gepflegt und schmerzfrei sein

  • ruhig und freundlich sein

  • kontaktfreudig zu anderen Menschen

  • keinen besonderen Hüte- und Schutzverhalten haben

  • bestens auf Menschen und Artgenossen sozialisiert sein und tendenziell eher ein sicheres defensives Verhalten zeigen.

Aber auch im Büro selber müssen Vorkehrungen für den Hund getroffen werden, so ist es ganz wichtig, dass der Hund einen Rückzugsort hat, da Hunde im Büro zu 80% des Tages schlafen. Zudem sollte immer frisches Wasser zur Verfügung stehen, und kein Platz im direkten Durchzug sein.

So wird der Hund für alle zur Bereicherung.

 

Staupevirus am Möhnesee nachgewiesen

Im Gemeindegebiet Möhnesee / Arnsberger Wald wurde Anfang August 2015 bei einem Fuchs das Staupevirus nachgewiesen. Da es sich um eine hochansteckende Virusinfektion handelt, empfehlen wir Ihnen dringend den Impfschutz Ihres Hundes zu überprüfen.

Nur ein ausreichender Impfstatus schützt Ihren Liebling vor Ansteckung. Außerdem raten wir Ihnen zusätzlich den Hund im Wald anzuleinen.

 

Sollten Sie Fragen dazu haben, stehen wir Ihnen beratend zur Verfügung.

Gebrauchshund: Tiergerechtes Leben auch in Laienhand

Derzeit sehr beliebt sind zum einen Jagdhunderassen, wie der Weimaraner und der Viszla und zum anderen Hütehunde wie Border Collies und Australian Shepherds. Doch sind diese Hunde wirklich geeignet, in einer Familie gehalten zu werden? Wie zufrieden lebt ein Weimaraner ohne Jagdeinsatz, ein Border Collie ohne Schafe? Diese Fragen sind berechtigt und betreffen die Hundehaltung insgesamt:

Kann ein Hund nicht tun, wozu er geboren wurde, kann sich sein „Trieb“ schnell auf andere Objekte und sich selbst richten.

Fehlverhalten wie z.B. Hypersexualität, Wundlecken der Pfoten, Aggression und unkontrolliertes Bellen werden von vielen Besitzern nicht in Zusammenhang gebracht.

 

Können >>Laien<<-Besitzer anspruchsvoller Hunde überhaupt etwas tun, um diese adäquat zu beschäftigen, ohne sich gleich einen Jagdschein oder eine Herde Heidschnucken anschaffen zu müssen? Ja, zuallererst ein guter Grundgehorsam und ein gut strukturierter Tagesablauf, dazu zählen auch ausgiebige Ruhephasen – auch das muss gelernt werden.

 

Besonders auslastend für Hunde und für die allermeisten Rassen geeignet ist Sucharbeit.

Schon einfache Leckerchensuche auf der Wiese fordert einen Hund. Ausgebaut werden kann diese Beschäftigung durch Objektsuchen, Fährtenarbeit oder die dann doch wieder auch körperlich anspruchsvolle Rettungshundearbeit. Geeignet ist eigentlich alles, was dem Hund Spaß macht und ihn körperlich nicht überfordert.

Gesetz zur Haltung gefährlicher Tiere

Nach einigen lebensgefährlichen Bissen exotischer Giftschlangen plant der grüne Minister NRW´s in diesem Herbst ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das die Haltung gefährlicher Tiere in Privathand verbietet. Außerdem möchte er ein Melderegister einführen, um einen Überblick über die derzeit in NRW gehaltenen Giftschlangen, Kaimane etc. zu erhalten.

Mehr Tumore und öfter Verhaltensstörungen nach der Kastration

Studien weisen darauf hin, dass kastrierte Hunde ein größeres Risiko haben, an Krebs zu erkranken, als nicht kastrierte Tiere. Und auch die Verhaltensmediziner warnen vor allzu pauschalen und zu frühen Kastrationen, weil sie dann Verhaltensstörungen befürchten.

Kollegen aus Amerika werteten nun die Daten von über 2500 Vizslas aus 25 Ländern aus, um festzustellen, ob sich tatsächlich statistisch messbare Unterschiede erheben lassen. Es ergab sich dabei für Mastzelltumore, Hämangiosarkome sowie Lymphosarkome ein 3,5 bis neunfach erhöhtes Risiko an diesen Tumoren zu erkranken. Für andere nicht näher spezifizierte Tumore stellten die Autoren ein fünffach erhöhtes Erkrankungsrisiko für kastrierte Hunde fest. Je jünger das Tier bei der Kastration war, desto früher erkrankte es. Allerdings leben kastrierte Hunde genauso lang wie unkastrierte. Bei den Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere spielte der Zeitpunkt der Kastration eine wesentliche Rolle. Hunde, die schon mit sechs Monaten oder jünger kastriert wurden, entwickelten 1,8-mal öfter Störungen als andere. Je jünger der Hund zum Zeitpunkt der Kastration war, desto früher setzten Probleme ein. Besonders oft kam dabei die Angst vor Sturm und Gewitter vor. Die Forscher diskutieren, die pauschale Empfehlung zur Kastration des Rüden und der Hündin auf Basis ihrer und anderer Studien zu überprüfen.

Wasserrute

Auch wenn der Sommer in diesem Jahr wohl hinter uns liegt: Viele Hunde sind auch bei kälteren Temperaturen dem nassen Element sehr zugetan. Ein Problem dabei aber könnte das Auftreten der sogenannten Wasserrute sein. Seine Rute braucht der Hund zum Steuern im Wasser, doch gerade wenn die verlängerte Wirbelsäule zu kalt ist, kommt es in diesem Bereich schnell zu Muskelverspannungen und mehr. Die Folge: Die Rute hängt traurig und wie gelähmt herunter, das manuelle Anheben ist oft sehr schmerzhaft. Da die Erkrankung vorwiegend bei der Wasserarbeit und Kälte auftritt, vermutet man metabolische Störungen im Bereich der Schwanzwurzelmuskulatur die zu schmerzhaften, krampfartigen Zuständen führen. Der Verlauf ist im allgemeinen gutartig und die Beschwerden verschwinden nach Gabe von NSAID innerhalb von 1 – 3 Tagen wieder. Im Zweifelsfall sollte eine Röntgenaufnahme angefertigt werden. Daher ist es auch keine Schande, Hunde nach der Wasserarbeit oder dem Spiel im Wasser abzutrocknen und warm zu halten – wir selbst tun dies schließlich auch.

Quelle: VETimpulse . 23.Jahrgang . Ausgabe 17 . September 2014

Neuer Kaninchen Impfstoff

Frohe Kunde für Kaninchenbesitzer, mit dem neuen Nobivac Myxo/RHD Impfstoff wird ein einjähriger Impfschutz erzielt und somit weniger Stress für Kaninchen und Besitzer! Kaninchen können ab einem Alter von 5 Wochen geimpft werden.

Leishmaniose Impfung für den Hund

Für alle Hunde, die mit in den Süden fahren, steht ab sofort ein neuer Impfstoff gegen Leishmaniose zur Verfügung.

Leishmaniose wird durch einen Einzeller ausgelöst, der über Sandmücken von Tier zu Tier übertragen wird.

Diese Erkrankung verläuft oft schwer und eine teure Behandlung kann nur die Symptome kontrollieren, denn eine Heilung ist nicht möglich. Hunde ab einem halben Jahr können geimpft werden.

Neuartiger Tollwut Impfstoff für die Katze

Ab sofort arbeiten wir in unserer Kleintierpraxis mit adjuvansfreiem Tollwut Impfstoff für die Katze.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Tollwut Impfung und der Entwicklung von Weichteiltumoren (Sarkomen) besteht.

Die Tumore entstehen aus der Entzündungsreaktion an der Injektionsstelle, die vor allem bei adjuvanshaltigen Impfstoffen auftritt. Daher sollten Impfstoffe ohne Adjuvants bevorzugt werden.

Unser Purevax Katzenschnupfen/Katzenseuche Impfstoff enthält zwei neue Calici Stämme. Sie sorgen für einen breiteren Schutz gegen die neuen Varianten des Virus.

Kastration auf Zeit für den Rüden

Durch das Einsetzen eines Implantates wird die Produktion männlicher Geschlechtshormone unterbunden, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig ist.

Mithilfe des Suprelorin Implantationschip, welcher mit Hilfe einer Nadel unter die Haut zwischen den Schulterblättern implantiert wird, erreicht man die chemische Kastration. Diese ist reversibel.

Sie müssen keine endgültige Entscheidung treffen, sondern können in Ruhe überlegen und testen, ob die Kastration Ihres Hundes die richtige Entscheidung ist.

Katzen leiden Stumm

Verhaltensänderung statt Lahmheit

Wussten Sie schon, dass Katzen mit zunehmendem Alter an Osteoarthritis (Osteoarthrose) erkranken?

Circa jede fünfte Katze leidet unter osteoarthrotischen Beschwerden, Lahmheiten und Schwellungen.

Schmerzen sind die dominierenden Symptome beim Hund. Bei Katzen hingegen stehen diverse Verhaltensänderungen wie zum Beispiel, sich zurückziehen, nicht mehr aufs Sofa springen, sich nicht streicheln lassen wollen und vieles mehr im Vordergrund.

 

Mein Hund spricht nur Spanisch

In den letzten Jahren ist es Mode geworden sich über südländische Tierschutzorganisationen einen Hund ins Haus zu holen.

Jeder, der sich mit diesem Gedanken auseinandersetzt, sollte sich vorab informieren, welche Probleme auf Ihn und das Tier zukommen können, schließlich soll es dem Hund in Deutschland auch wirklich gut bzw. besser gehen.

  1. Einschleppen von Krankheiten aus dem südlichen Europa. Teilweise sind die Tiere lebenslänglich infiziert (z.B. bei der Leishmaniose).
  2. „Reisekrankheiten“ werden allmählich bei uns „heimisch“, dass heißt unsere Hunde, die nie die Alpen überquert haben können sich auch hier infizieren.
  3. Auftreten von Verhaltensproblemen: übermäßig stark ausgeprägter Jagdinstinkt, Angst-, Schreck-, Flucht- und Panikattacken.

Grund für die Unsicherheit und Angst ist die Tatsache, dass die wenigsten der Importhunde auf das Leben in Deutschland sozialisiert und habituiert wurden.

Man kann hier von Deprivation sprechen. Das bedeutet nicht nur, dass man Angst vor „ungewohnten Dingen“ zeigt, sondern auch, dass das Anpassungsvermögen und die Flexibilität des Gehirns, neue Dinge zu lernen insgesamt eingeschränkt sind.

Dinge wie Staubsaugen, Autolärm, Menschenmassen sind der pure Stress für diese Hunde. So verwundert es auch nicht, dass viele dieser Tiere chronisch Verdauungsprobleme und/ oder Allergien zeigen.

Halter bzw. Neubesitzer solcher importierten Hunde müssen häufig viel Zeit und Energie in Training und verhaltensmedizinische Maßnahmen investieren.

Auf alle Fälle sollte jeder, der einen Hund aus Südeuropa erwerben will, dieses Thema kritisch hinterfragen, auch und vor allem unter dem Aspekt des generellen Tierschutzes.

 

In unseren Tierheimen warten auch viele erwachsene Hunde auf ein neues Zuhause bei Ihnen.

Quelle: Gesunde Tierliebe, Dr. Barbara Schöning, Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutz